8. Jahrestagung Public-Private-Partnership: Krankenhausprojekte als PPP-Wachstumsmarkt


Laut Veröffentlichungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft wird der aktuelle Investitionsstau für Krankenhäuser mit 50 Milliarden Euro beziffert, Tendenz steigend. Dass es sich bei Krankenhausbauprojekten um einen Wachstumsmarkt für PPP-Projekte handelt, lässt sich insbesondere mit dem Blick auf die demografische Entwicklung und dem steigenden Bedarf an flexiblen medizinischen Versorgungsstrukturen erklären.

Im Rahmen der 8. Jahrestagung Public-Private-Partnership am 28. April 2009 in Frankfurt rückte die Bedeutung der Beschaffungsvariante Public Private Partnership (PPP) zur Deckung des gestiegenen Investitionsbedarfs von Bauprojekten für den Sektor Gesundheitswesen in den Vordergrund. Der Status im Gesundheitswesen wurde klar definiert.

„In Deutschland stecken bislang leider nur wenige Projekte in den Phasen 'Machbarkeitsstudie' bis 'technische Ausschreibung', einige Veröffentlichungen zu gescheiterten Projekten sind jedoch in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt“, bedauert Stephanie Wenz, Beraterin für PPP Projekte.

Dennoch gibt es erfolgreiche Projekte, wenn auch nicht gleich hierzulande. Die Erfahrung aus den europäischen Nachbarländern bestätigt, dass die dort getätigten Praxiserfahrungen zu profitablen Ergebnissen führen können.

„Im Nachbarland Frankreich wird PPP seit 2003 erfolgreich eingesetzt. Dort entstanden bereits 50 Projekte. Davon befinden sich 30 derzeit in der Bauphase, zwölf sind in Betrieb“, erklärt Professor Dieter Jacob, Lehrstuhl für ABWL an der TU Bergakademie Freiberg, den momentanen Stand für Krankenhausprojekte.

Hierbei ist festzustellen, dass es sich gerade bei Projekten des Gesundheitswesens um attraktive Projekte mit hohem Investitionsvolumen handelt. Laut Professor Jacob liegen die Investitionsvolumina der 50 begonnenen französischen Projekte zwischen 2 Millionen und 330 Millionen Euro, bei Bettenhäusern belaufen sie sich durchschnittlich auf etwa 40 Millionen Euro.

Auch stellt das 'Schritt halten' mit dem rapiden technischen Wandel eine besondere Brisanz bei der Klärung von Krankenhausprojekten dar. Hierbei steht die Frage der Einbindung der medizintechnischen Geräteausstattung, deren Lebenszyklus durchschnittlich 6 Jahre beträgt, im Gegensatz zur effizienzoptimierten Laufzeit der Projekte von durchschnittlich 25 Jahren im Vordergrund.

„Bisher war festzustellen, dass bei PPP-Projekten die medizintechnische Ausstattung der Krankenhäuser bewusst nicht Gegenstand der ausgeschriebenen Inhalte war. Sobald aber belastbare Ergebnisse und Erfahrungen für die Projekte des Gesundheitswesens vorliegen, wird auch die Frage der Einbindung der medizintechnischen Ausstattung in die PPP-Krankenhausprojekte an Bedeutung gewinnen, um auch hier potenziell 'verschenktes Optimierungspotenzial' nutzen zu können“, erklärt Sabine Bommel, Bereichsleiterin Krankenhausbau der Krankenhausberatung ANDREE CONSULT. „Zwar beträgt der Lebenszyklus von medizintechnischen Ausstattungen im Durchschnitt 'nur' 6 Jahre, doch wenn wir vor Ort in den Krankenhäusern mit den Realitäten konfrontiert werden, so erscheint die Durchführung von PPP-Projekten unter Einbindung der Medizintechnik zwar aufgrund der Komplexität der Ausstattung eine echte Herausforderung – aber vielleicht auch eine ernst zu nehmende Möglichkeit, um neben den Effizienzen der Immobilien auch für die medizintechnische Ausstattung diese Optimierungsmöglichkeit künftig zu nutzen.“

Ein in den Fachkreisen diskutierter Weg im Rahmen der PPP-Projekte, nicht nur Bettenhäuser zu optimieren, sondern auch die angeschlossenen medizinischen Bereiche mit anspruchsvoller technischer Ausstattung zu bedienen, könnte die Bildung von sogenannten Budgets darstellen. Hierbei würden für die gewünschte Medizintechnik Cluster gebildet und diese mit inhaltlichen und finanziellen Budgets hinterlegt, deren Qualitäten und Ausstattungskriterien es im Rahmen der Vertragslaufzeit über den Lebenszyklus zu bedienen gilt. Neben dem vakanten Instandhaltungsrückstau der Immobilien über den Weg PPP auch Effizienzen für die technische Ausstattung der Krankenhäuser zu erzielen, wäre wünschenswert.

Fred Andree, Geschäftsführer der Krankenhausberatung ANDREE CONSULT, hat diesen Bedarf erkannt: „ Dass hier ein enormer Bedarf aufgrund der Überalterung von Ausstattungen besteht, können wir bestätigen. Aus diesem Grund beraten wir Krankenhaushäuser nicht nur hinsichtlich ihrer strategischen Entwicklung, sondern analysieren auch den Stand der technischen Ausstattung und bewerten diesen im Hinblick auf künftige Entwicklungsoptionen.“

Weitere Informationen zum Programm der 8. Jahrestagung Public-Private-Partnership 2009 sind über den Veranstalter unter www.convent.de erhältlich.


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